5 schnelle Tipps für weniger Lebensmittelverschwendung

Im Durchschnitt wirft jeder von uns im Verlauf eines Jahres mehr als 80 Kilo Nahrungsmittel in den Müll. Obst und Gemüse landen am häufigsten in der Tonne. Den unrühmlichen zweiten Platz nehmen Backwaren ein, gefolgt von Resten gekochter Mahlzeiten. Damit verschwendet man nicht nur die wertvollen Lebensmittel und all die Ressourcen, die zu ihrer Produktion schon aufgewendet wurden, sondern auch eine Menge seines eigenen Geldes: in einer Studie wurde ermittelt, dass es durchschnittlich 235 € sind, die pro Person und pro Jahr auf diese Weise im Abfall enden. Ein sehr großer Teil davon kann aber problemlos vermieden werden.

Tipp 1: Essen vorplanen

Das Essen für die nächsten Tage vorzuplanen und sich an Hand dessen einen Einkaufszettel zu schreiben, ist eine der nachhaltigsten Maßnahmen für weniger Lebensmittelverschwendung. So kauft man nur das ein, was man tatsächlich verbrauchen wird. Bei Produkten, die man für eine Mahlzeit nicht komplett benötigt, kann man so die Resteverwertung gleich fest einplanen: dann gibt es etwa den Weißkrautsalat, für den ich nur den halben Kohlkopf brauche, und ein paar Tage später aus der anderen Hälfte Krautfleckerl; oder es gibt ein Curry mit einer halben Dose Kokosnussmilch, und die andere Hälfte wird ein paar Tage später für einen Nachtisch fest eingeplant.

Von Sonderangeboten sollte man sich nicht verleiten lassen, mehr zu kaufen, als man tatsächlich eingeplant hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass gerade diese Schnäppchenkäufe am Ende in der Tonne landen, ist groß.

Tipp 2: Lebensmittel richtig lagern

Es lohnt, sich etwas damit zu beschäftigen, wie man die verschiedenen Lebensmittel am besten aufbewahrt, um die optimale Haltbarkeit zu erreichen: was gehört in den Kühlschrank, was hält sich besser bei Raumtemperatur, was muss dunkel gelagert werden etc. – das macht in der Tat richtig viel aus.

Bei der Verbraucherzentrale NRW kann man sich eine umfangreiche Broschüre dazu als PDF herunterladen.

Auch bei optimierter Lagerung sollte man seine Vorräte natürlich im Blick behalten. Insbesondere im Kühlschrank wandern Dinge gerne unbemerkt in die hinterste Ecke und tauchen irgendwann grün-blau-lila wieder hervor. Dies kann man vermeiden, indem man zum Beispiel eine Etage ausschließlich für angebrochene, schnell verderbliche oder sonstwie bald zu verbrauchende Lebensmittel reserviert oder sich zu diesem Zweck eine Box in den Kühlschrank stellt. Bei Dingen, die man regelmäßig nachkauft, wie zum Beispiel Joghurt, sollte man darauf achten, die neu mitgebrachten immer hinter den älteren im Kühlschrank einzusortieren.

Tipp 3: Reste verwerten

Reste, die beim Kochen entstehen, oder übrig gebliebene Portionen des fertigen Essens braucht man nicht zu entsorgen – aber man sollte sich gleich um diese kümmern. Wenn die zuviel gekochten Nudeln im Sieb erst eingetrocknet sind, mag sie natürlich niemand mehr essen. Im Kühlschrank bleiben sie aber problemlos ein paar Tage frisch und können mit dem ein oder anderen Gemüserest, der vielleicht ebenfalls noch angefallen ist, oder der übrigen halben Dose Mais zu einem leckeren Nudelsalat oder einer Nudelpfanne weiterverwertet werden.

Ganze Portionen kann man super einfrieren und hat dann etwas parat, wenn mal die Zeit zum Kochen fehlt. Auch das sollte man im Zweifelsfall lieber gleich machen. Wenn man das Essen in den Kühlschrank packt und sich vornimmt, es in den nächsten Tagen noch zu verspeisen, geht es oft doch vergessen und verdirbt. Auch Saucenreste sind prima zum Einfrieren geeignet. Selbst die übrig gebliebene halbe Zitrone kann man auspressen, mit Wasser strecken und dann als Eiswürfel einfrieren, um Getränken später Zitrus-Aroma zu verleihen.

Tipp 4: MHD missachten

Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf abgepackten Produkten darf nicht mit einem Verfallsdatum verwechselt werden – es ist lediglich ein fiktives Datum, bis zu dem der Hersteller garantiert, dass sich an Aussehen, Konsistenz, Geschmack, Nährstoffgehalt seit Herstellung nichts verändert haben wird und es eben auch “garantiert” noch nicht verdorben sein wird. Die allermeisten Produkte sind aber weit über dieses Datum hinaus tadellos genießbar. Konserven und Trockenprodukte sowieso – aber auch etwa den Joghurt oder Tofu muss man nicht gleich ungeöffnet in den Müll befördern, weil er “abgelaufen” ist. Hier gilt: aufmachen, anschauen, riechen, vorsichtig probieren – fällt einem hierbei nichts ungewöhnliches auf, kann man das Produkt bedenkenlos essen.

Tipp 5: Kreativ werden

Vieles von dem, was man ganz automatisch wegwirft, ist in der Tat viel zu gut für die Tonne: Apfel- und Orangenschalen kann man trocknen und zu leckerem Tee aufgießen. Aus Kartoffelschalen werden – würzig mariniert und im Ofen gebacken – knusprige Chips. Zitronenschalen, die man mit Essig ansetzt, geben nach 2-3 Wochen einen fabelhaften Allzweckreiniger her. Kaffeesatz eignet sich toll als Dünger oder auch als Gesichtspeeling. Aus Möhren-Grün kann aromatisches Pesto werden. Allerlei Gemüse-Abschnitte und -Reste, Petersilienstängel, die Blätter von Sellerie und ähnliches sammle ich in einer Dose im Gefrierschrank. Wenn diese voll ist, koche ich das Gemüse entweder für eine klare Brühe aus oder püriere es, trockne es im Backofen bzw. Dörrgerät und mische es dann mit Salz – fertig ist das hausgemachte Gemüsebrühenpulver, ganz ohne Zusatzstoffe und super lecker.

Falls Dich die genauen “Rezepte” bzw. Anleitungen für diese Resteverwertungen interessieren, schreib mir gerne einen Kommentar, dann widme ich dem mal einen eigenen Beitrag. 🙂


Bildnachweis Titelbild: Symbolbild © Fevziie / shutterstock.com

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