5 schnelle Tipps zum Strom sparen

Rund 5,75 Terawattstunden Strom könnte man sparen, wenn jeder Haushalt in Deutschland seinen Energieverbrauch durch ganz kleine, harmlose Verhaltensänderungen um nur 5% senken würde. Eines der sechs noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke könnte man sogar komplett abschalten, wenn die erzielte Einsparung in den Privathaushalten bei 10% läge – was nicht schwierig zu erreichen wäre.

Die folgenden Tipps sind ein prima Anfang und ohne großen Aufwand umzusetzen:

Tipp 1: Ofen aus

Das Vorheizen des Backofens ist fast immer überflüssig und frisst nur unnötig Strom. Meist kann man auch bereits einige Minuten vor Ende der eigentlichen Backzeit den Ofen ausschalten. Gleiches gilt für den Herd, wo man sehr gut die Restwärme zum Fertiggaren nutzen kann – umso effizienter, wenn man dem Topf einen Deckel verpasst.

Tipp 2: Temperatur runter

Wo immer mit Strom Wärme (oder Kälte) erzeugt wird, benötigt das besonders viel Energie – ob man seine Wäsche bei 30° oder bei 40° wäscht, macht einen echten Unterschied im Stromverbrauch, aber kaum in der Reinigungswirkung. Das gleiche gilt für die Spülmaschine. Sofern vorhanden, sollte man in beiden Fällen außerdem die Eco-Programme nutzen.

Wir haben es ausprobiert: Unsere Waschmaschine hat bei 30°C 0,435 kWh und bei 40°C 0,833 kWh benötigt, das ist ein Mehrverbrauch von rund 91%. Auch unsere Spülmaschine benötigt im eco 50 Programm knapp 40% weniger elektrische Energie.

Umgekehrt hilft “Temperatur rauf” beim Kühlschrank Energie zu sparen. Bei 7 Grad bleiben die Lebensmittel frisch – kälter hält nicht besser, sondern verpulvert nur viel Strom, zumal der Kühlschrank rund um die Uhr läuft. Eine Verringerung der Kühlschranktemperatur um nur ein Grad auf 6°C erhöht den Stromverbrauch um etwa 6%.

Tipp 3: Licht aus

Vielleicht hast Du Dir schon erfolgreich angewöhnt, beim Verlassen eines Zimmers immer das Licht auszuschalten. Im Flur oder Treppenhaus, wo man häufig kurz durchläuft, ist ein Bewegungsmelder die beste Lösung – das Licht ist dann nur an, wenn es gebraucht wird. Komfortablere Bewegungsmelder lassen sich zudem mit normalen Schaltern kombinieren, so dass auch mal das Licht manuell geschaltet werden kann – maximaler Komfort bei maximaler Energieeinsparung. Alternativ kann ein elektronischer Schalter eingebaut werden: schaltet man das Licht nicht aus, geht es nach einer einstellbaren Zeit automatisch aus.

Tipp 4: LED rein

LED sind die sparsamsten Leuchtmittel, die derzeit zur Verfügung stehen. Qualitativ hochwertige Produkte haben zudem eine Lebensdauer von mehr als 15.000 h. Außerdem kommen sie im Vergleich zu Energiesparlampen ohne das giftige Quecksilber aus. Es lohnt sich, insbesondere dort, wo das Licht längere Zeit am Stück brennt (zum Beispiel im Büro, Wohn- oder auch Kinderzimmer), auf LED-Leuchtmittel umzusteigen.

Tipp 5: Stecker raus

Dass Geräte im Stand-by permanent Strom verbrauchen, ist mittlerweile jedem bekannt. Aber wusstest Du, dass auch Geräte, an denen kein verdächtiges Lämpchen leuchtet, dauerhaft Strom verschwenden? Von der Waschmaschine über die Stereoanlage bis hin zum simplen Handy-Ladegerät – fast überall fließt Strom, solange nur der Stecker in der Dose steckt. Das liegt meist daran, das irgendwelche Elektronik verbaut ist, die eben immer am Netz hängt.

Dieses Ladegerät eines Fitness-Armbands verbraucht permanent Strom, solange es in der Steckdose steckt – wie fast alle anderen Geräte.

Auch hier haben wir bei uns wieder gemessen und erstaunlicherweise selbst bei Geräten, die scheinbar einen “richtigen” Netzschalter haben, feststellen müssen, dass auch sie 0,1 W oder mehr im Dauerbetrieb ziehen – für sich genommen nicht viel, aber da in den meisten Haushalten so einige Geräte zusammenkommen werden, läppert es sich doch.

Wenn Du herausfinden willst, wieviel Strom Deine Geräte tatsächlich verbrauchen, kannst Du Dir gerne mein Energie-Messgerät ausleihen (kostenlos, gegen Pfand). Schreib mir einfach eine Mail.

Der Extra-Tipp

Wenn Du Deinen ökologischen Fussabdruck noch nachhaltiger verkleinern möchtest, ist der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter die allerbeste Maßnahme. (Dazu zählen leider nicht die SWG, auch wenn sie ihren Strom als “grün” vermarkten. Mehr dazu in einem späteren, ausführlicheren Artikel.) Selbst bei gleichbleibendem Stromverbrauch kann man so immense Mengen an CO2 vermeiden, die bei der konventionellen Stromerzeugung aus fossilen Rohstoffen entstehen.

Wir selbst sind seit vielen Jahren und aus ganzer Überzeugung Kunden der Elektrizitätswerke Schönau, weil hier mit jeder gekauften kWh Strom in eine wirkliche Energiewende investiert wird. Denn nur durch Neuanlagen oder “Rebellenkraftwerke”, wie die von den EWS geförderten Kundenanlagen heißen, können alle fossilen und atomar betriebenen Kraftwerke perspektivisch abgeschaltet werden. Aber natürlich gibt es noch weitere gute Ökostrom-Anbieter.

Um tatsächlich ökologischen Strom zu erhalten, achte darauf, dass der Anbieter durch das ok-Power-Label oder das Grüner Strom-Label zertifiziert ist.

Die Vergleichsliste des Öko-Instituts bietet einen guten Überblick über alle verfügbaren Ökostrom-Tarife.

Hast Du noch Fragen? Hinterlasse gerne einen Kommentar!


Bildnachweis Foto 1: Symbolfoto © Pixabay
Bildnachweis Foto 2: © Sandra Ferber

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